Über Uns

Der Bayerische Rundfunk und der LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V.) haben im Frühjahr 2015 ein großangelegtes, langfristiges „Citizen-Science-Projekt“ gestartet. Bürgerforscher und Bürgerforscherinnen sollen helfen, Daten zu erfassen, um herauszufinden, wie es dem Igel in Bayern geht. Die gesammelten Melde-Daten stehen Forschungseinrichtungen zur Auswertung zur Verfügung.

In den ersten 5 Jahren des Projektes wurden zusätzlich Berufspendler aufgerufen, entlang regelmäßig gefahrener Strecken Sichtungen von Igeln zu melden. Diese Daten können mit einer früheren Erhebung von J. Reichholf und J. Esser (Zoologische Staatssammlung München) aus den 1970er-Jahren verglichen werden und somit wertvolle Hinweise zur Lebensraumnutzung der Igel liefern. Einen ersten Bericht zu Ergebnissen der Meldungen der Berufspendler finden Sie hier. Pendlerreport 2017

Die Fragen nach Entwicklung und Zustand der Igelpopulationen werden wissenschaftlich begleitet. Wo lebt der Igel? In bebauten Gebieten oder doch eher in Feld und Wald? Aus wissenschaftlichen Studien wissen wir, dass der Verkehr, die Zerschneidung der Landschaft, die Strukturarmut des Lebensraums, aber auch die fehlende Durchgängigkeit der Gärten zu hohen Verlusten von Igeln innerhalb und außerhalb von Ortschaften führt. Die Forscher erwarten, dass Gärten, Grünflächen, Streuobstwiesen und Waldränder mit Hecken für Igel den günstigsten Lebensraum darstellen.

Die wissenschaftliche Auswertung der Igel-Meldungen bildet eine zentrale Grundlage für den Schutz dieser Tierart in Bayern und ganz Deutschland. Daher erfolgt die Auswertung der Daten zu Fundort, Zeitpunkt und Begleitumständen gemeinsam mit dem Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), Berlin unter der Federführung von Dr. Anne Berger. So können wir wichtige Erkenntnisse über Verbreitung, Aktivitätsmuster und Gefährdungsursachen gewinnen.

Bürgerinnen und Bürger leisten somit mit jeder Meldung einen wertvollen Beitrag zur Forschung und zum Erhalt des Igels. Wenn Sie konkrete Ideen zur Auswertung der Daten haben, schreiben Sie uns: igel@lbv.de.  

Beispiele zur Auswertung und bisherige Erkenntnisse finden Sie unter Projekte. 

Bitte beachten Sie, dass sich mit den Meldedaten keine direkten Rückschlüsse auf die Anzahl von Igeln in Bayern ziehen lassen. Denn die Zahl der Meldungen hängt stark von der regional unterschiedlichen Meldeaktivität der Teilnehmer ab und die Zahl der Straßenopfer hängt von der Verkehrsdichte ab. Analytische Modelle müssen daher Daten aus den verschiedenen Quellen miteinander verknüpfen, um indirekte Aussagen über Unterschiede in der Anzahl von Igeln in verschiedenen Landschaftsräumen zu treffen. 

Audio:

LBV-Vorsitzender Norbert Schäffer stellt das Igel-Projekt in Bayern vor und erklärt, wie wir die Tiere im heimischen Garten schützen können:

LBV-Vorsitzender Norbert Schäffer zum Start des Igel-Projektes in Bayern in 2015:

Bürgerforscher-Projekt

Bürgerwissenschaft – also Citizen Science – ermöglicht es, durch die Mithilfe der Bevölkerung große Mengen an Beobachtungsdaten zu sammeln, die Wissenschaftler allein kaum erfassen könnten. Gleichzeitig stärkt sie das Verständnis und die Beteiligung der Bevölkerung an Forschung und Naturschutz. Dadurch entstehen wertvolle Datengrundlagen, die fundierte Entscheidungen und wirksamere Schutzmaßnahmen unterstützen.