Der Igel und seine ungeliebten Mitbewohner

Der Igel ist und bleibt ein Wildtier. Sie haben Würmer, Zecken, Flöhe und Milben. Ein gesundes Tier entwickelt körpereigene Abwehrstrategien und kommt bis zu einem gewissen Grad mit den ungeliebten Mitbewohnern gut zurecht. Leider scheint es so, dass der Parasitenbefall des Igels steigt.

Woran kann das liegen?

Igel mit Zeckenbefall von A.v.Lindeiner

Fast ausnahmslos leiden Wildtiere unter Parasitenbefall. ©A.v.Lindeiner

Der Rückgang natürlicher Nahrungstiere ist ein Grund von vielen. Die heutige Gartengestaltung schafft nur noch wenig Lebensraum für Laufkäfer und andere Insekten. Sind zu wenig „gute“ Nahrungstiere da, greift der Igel als Opportunist auf Schnecken zurück. Leider sind Schnecken und Regenwürmer Zwischenwirte von Haarwurm, Saugwurm, Bandwurm und Rundwurm. Werden z.B. Schnecken von Igel gefressen, breiten sich die Würmer in deren Organismus aus und richten auf Dauer lebensgefährliche Schäden an allen inneren Igel-Organen an.

So können Sie helfen:

Die einzige langfristige Hilfe und Unterstützung für den Igel ist die Schaffung geeigneter Lebensräume. Unser Garten bekommt nur dann einen Wert für den Igel, wenn das Tier bei seiner nächtlichen Jagd unter Wildsträuchern und Hecken genügend natürliche Beutetiere findet. Wenn es im Garten Unterschlüpfe gibt, wo der Igel den Tag verschlafen kann und wenn er nicht an engmaschigen Drahtzäunen oder Netzen hängen bleibt.

Igelfreundlicher Garten

Strukturreichtum zeichnet einen igelfreundlichen Garten aus ©A.Schäffer

So wichtig wie der Garten selbst ist auch seine Zugängigkeit. Der Igel muss jederzeit sein gewähltes Revier durch bequeme Durchschlüpfe erreichen und wieder verlassen können. Der igelfreundliche Garten ist ein Lebensraum, in dem sich auch viele andere Tier- und Pflanzenarten mit ihren unterschiedlichen Lebensansprüchen wohlfühlen.

 

Ich verstehe natürlich vollkommen, wenn Sie einem hustenden und niesenden Igel sofort helfen wollen. Allerdings sollte Ihnen bewusst sein, selbst wenn der Igel nach einer anstrengenden und kostenintensiven Pflege wieder gesund ist, wird er nach der Freilassung oder Auswilderung die nächste Schnecke fressen.

Spanische Wegschnecke von O.Wittig

Schnecken sind Zwischenwirte von vielen Parasiten ©O.Wittig

Der Igel in der Tierarztpraxis ist leider auch kein besonders leichter Patient. Sehr viele Igel sterben durch Behandlungsfehler. Einen sehr guten Leitfaden für die tierärztliche Behandlung liefert das Schriftstück „Igel in der Tierarztpraxis“ von ProIgel e.V. www.pro-igel.de/merkblaetter/publpdfs/tierarzt.pdf

 

Viele wichtige Hinweise für die Erste-Hilfe von pflegebedürftigen Igel finden Sie hier