Der Durchgangsgarten

Liebe Igelfreunde,

besonders wohl fühlt sich der Igel in reich strukturierten, naturnahen Gärten, in denen er ausreichend Nahrung, Wasser und Verstecke findet. Auf seinen nächtlichen und manchmal sogar kilometerlangen Streifzügen vertilgt er je nach Jahreszeit die unterschiedlichsten Futtertiere. Aber eigentlich gilt: Gefressen wird, was vor die Schnauze kommt:

Am oder im Boden lebende Käfer, Regenwürmer, Raupen, Heuschrecken, Ohrwürmer, Tausendfüßer, Schmetterlinge, Falter und andere Wirbellose und deren Larven.  Je vielfältiger der Lebensraum ist, umso größer ist auch der Artenreichtum seiner Nahrungstiere. Natürlich frisst er auch Schnecken, nur eben viel weniger als man meinen möchte. Eigentlich frisst er Schnecken nur, wenn ihm keine Käfer, Nachtschmetterlingslarven oder Regenwürmer zur Verfügung stehen. Die sind nämlich seine Hauptenergielieferanten.

Um diese Leckerbissen zu finden, streifen Igel weit umher: In ländlichen Gegenden können Igel einen Aktionsraum von 100 Hektar besitzen, also mehr als 140 Fußballfelder. Das Revier der Weibchen ist mit ca. 30 Hektar wesentlich kleiner. Trotzdem reicht keinem Igel ein einzelner Garten.

Igeltor im Gartenzaun@Max Auer

Igeltor im Gartenzaun © Max Auer

Der wichtigste Aspekt eines igelfreundlichen Gartens ist deshalb die Durchgängigkeit des Gartenzauns. Jeder Garten sollte für die Tiere einfach und ohne große Umwege erreichbar sein. Igel-Durchschlüpfe mit einer Größe von 10-13 cm reichen aus, um ihnen den Weg von einem Garten in den nächsten zu ermöglichen. Bemerkenswert ist deshalb auch ihr hervorragender Orientierungssinn. Sie merken sich nämlich gute Schlaf-und Futterplätze und finden auf unterschiedlichsten Wegen immer wieder dorthin zurück. Hürden werden gut bewältigt und Durchschlüpfe auf Anhieb gefunden. Igel verirren sich nicht. Sie haben immer ein klares Ziel vor Augen.

Tipp: Schaffen Sie einen Durchschlupf im Gartenzaun. Dann klappt es noch viel besser mit dem Igelbesuch.

Liebe Grüße

Martina Gehret