Martina Gehret@LBV

Martina Gehret@LBV

Hallo, mein Name ist Martina Gehret. Ich bin Diplom-Ingenieurin für Wald- und Forstwirtschaft mit dem Schwerpunkt Wildtiermanagement. Beim LBV kümmere ich mich um das Forschungsprojekt Igel in Bayern und werde Sie in diesem Blog laufend über Aktuelles und Interessantes informieren. Sie können mir gerne jederzeit unter igel@lbv.de schreiben. Ich freue mich sehr auf Ihre Beiträge als Bürgerforscher.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihre
Martina Gehret

Igelbuch: Igel ganz nah

Liebe Leserinnen und Leser,

mittlerweile haben rund 20.000 Naturfreunde an unserem LBV-Mitmachprojekt „Igel in Bayern“ teilgenommen. Das ist großartig! Viele von ihnen haben mir dabei ihre Geschichten und Erlebnisse erzählt. Und alles was ich dabei gehört, gelernt und erlebt habe, habe ich nun für Sie aufgeschrieben. Ab Oktober wird im Handel das erste LBV-Igelbuch erhältlich sein!

Coverbild- Igel ganz nah

Coverbild- Igel ganz nah

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Der Durchgangsgarten

Liebe Igelfreunde,

besonders wohl fühlt sich der Igel in reich strukturierten, naturnahen Gärten, in denen er ausreichend Nahrung, Wasser und Verstecke findet. Auf seinen nächtlichen und manchmal sogar kilometerlangen Streifzügen vertilgt er je nach Jahreszeit die unterschiedlichsten Futtertiere. Aber eigentlich gilt: Gefressen wird, was vor die Schnauze kommt:

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Igel im Liebesrausch – Todesfalle Bundesstraßen

Liebe Igelfreunde,

jedes Jahr dasselbe Trauerspiel. Tausende Igel finden gerade im Juni und Juli den Straßentod in Bayern. Allein in diesem Monat wurden uns bisher 1250 tote Tiere gemeldet. Besonders gefährdet sind männliche Tiere, die in ihrem Liebesrausch eine passende Partnerin suchen. Dabei kann ein Igelmännchen schon mal 5 Kilometer in einer Nacht zurücklegen. Bahntrassen, Straßen und auch Gartenzäune zerstückeln Igel-Reviere und lassen „Barrierefreiheit“ erst richtig wie ein Fremdwort klingen. Im Durchschnitt überquert ein Igel sogar 12 Straßen in einer Nacht!

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Sonnwendfeuer

Der 21. Juni ist der längste Tag im Jahr und wird mit dem Sonnwendfeuer oder auch Johannisfeuer gefeiert. In Bayern sind es viele Vereine, die ein Sonnwendfeuer organisieren.

Leider bedenken die Wenigsten, dass der aus Baum-und Strauchschnitt bestehende Holzhaufen vielen Kleintieren Nist- und Versteckmöglichkeiten bietet.

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Wasser zum Frühlingsbeginn

Liebe Igelfreunde,

es geht wieder los: die ersten wärmeren Sonnenstrahlen wecken bereits einige Igel auf. Auch wenn es momentan nur wenig Futter gibt, ist dieses Verhalten normal. Viele Igel wechseln jetzt nochmal das Winterquartier, andere beginnen aktiv mit der Futtersuche. Sollte es nochmal kalt werden, zieht sich der ein oder andere Igel vielleicht erneut zurück. Frostige Nächte werden lieber in einem kuscheligen und trockenen Quartier verbracht.

Bitte beachten: Alle Langschläfer verspüren zunächst großen Durst!

Igel und Wasser©Ralph Sturm

Igel und Wasser©Ralph Sturm

Deshalb mein Frühlingstipp für Sie: Tränken anbieten und Wasserstellen anlegen

Wasser belebt jeden Garten. Größere Wasserflächen bereichern Gärten nicht nur optisch, sie sind auch wertvolle Lebensräume.

Wer keinen Platz für einen Teich in seinem Garten hat, kann eine flache Schale oder einen stabilen Topfuntersetzer aufstellen.

Wichtig: Tränke und Wasserstelle bitte sauber halten und täglich frisches Wasser nachfüllen. Teiche und größere Wasserstellen sollten für Kleintiere wie Igel unbedingt eine Ausstiegsmöglichkeit bieten. Hilfreich sind hier Steine, Wurzeln oder einfach nur ein Brett, das ins Wasser reicht.

Igel können zwar schwimmen, tun dies aber nur, um auf ihrer Wanderung kleinere Gewässer zu überqueren.

Liebe Frühlingsgrüße

Martina Gehret

 

Bayerischer Rundfunk sucht Familie für TV-Doku

Liebe Igelfreunde,

für eine TV-Dokumentation, für ARD und ARTE, über Igel, sucht der Bayerische Rundfunk eine Familie in Bayern mit Garten, in dem regelmäßig ein oder mehrere Igel überwintern.

Dreharbeiten@LBV

Dreharbeiten@LBV

In der Dokumentation soll gezeigt werden, dass Igel häufig in der Stadt anzutreffen sind. Idealerweise wohnen Sie deshalb in einer städtischen Siedlung, gerne in einer Kleinstadt, im Umkreis von bis zu ca. 100 km von München entfernt.

Geplant sind 10 Drehtage ab ca. April 2017 über einen Zeitraum von einem Jahr bis spätestens November 2018. Schön wäre es, wenn die ganze Familie und vor allem die Kinder gerne mitmachen würden.

Bei Interesse schicken Sie bitte direkt eine Mail an die Autorin und Regisseurin Angela Graas.

a_graas@t-online.de

Angela Graas freut sich über Ihre Zuschriften.

Selbst gebaute Igeltreppe von Max

Igelfreunde im Einsatz 🙂

Hier ein tolles Beispiel für die Überbrückung von Hindernissen.

Igeltreppe @Maximilian Auer

Igeltreppe @Maximilian Auer

Jetzt schafft es der Igel auch die Fressstation in Nachbar’s Garten zu erreichen. Super Aktion!

Vielen Dank Max für das tolle Foto.

Es sind kleine Dinge, die einen unglaublichen Nutzen für den Igel haben. Die „Gartenvernetzung“ ist für mich sogar der wichtigste Igelschutz überhaupt.

Haben auch Sie unüberbrückbare Hindernisse in Ihrem Garten? Vielleicht ist die Lösung ganz einfach.

WISSENSchaf(f)t Naturschützer!

Dankeschön

 

Laubsauger und -bläser

Liebe Igelfreunde,

Laubbläser und -sauger schaden der Natur. Vielen Naturfreunden beschert die Blattfärbung im Herbst ein wunderschönes Naturschauspiel. Doch das heruntergefallene Laub macht Hobbygärtnern auch viel Arbeit. Deshalb greifen viele statt zu Besen und Rechen aus Bequemlichkeit lieber zum Laubsauger und -bläser.

Laubsauger @H.Tuschl

Herbstliche Gartenarbeit @H.Tuschl

Diese übertriebene Gründlichkeit zerstört Lebensräume und die Nahrungsgrundlage für unsere Igel. Sinnvoller ist es, Laubhaufen für die Tierwelt anzulegen oder Blätter und Äste als natürlichen Kälteschutz für frostempfindliche Pflanzen zu verwenden.

Dann kann man sich auch den Gang in den Baumarkt sparen und muss nicht teuere Kokosmatten und Winterschutzvliese um seine Pflanzen wickeln. Außerdem verrotten die Blätter mit der Zeit und werden so zu wertvollem Kompost, der Nährstoffe in den Boden einbringt.

TIPP: Wer einen gepflegten Rasen möchte, sollte das Laub darauf entfernen, da es unter den bedeckten Stellen gelb wird. Alle gesammelten Blätter verteilen Sie lieber auf Ihren Blumenbeeten oder Rabatten. Wer keine Blumen- und Staudenbeete im Garten hat, kann das Laub unter die Hecke kehren, eine Igelburg bauen oder auf dem Komposthaufen entsorgen.

Laubsauger und -bläser braucht kein Mensch! Es gibt keine sinnvolle Erklärung warum man unter einer Hecke sauber macht und das Laub entfernt. Zumindest habe ich sie noch nicht gefunden 🙂

Liebe Grüße

Martina Gehret

 

Gelbe Säcke am Straßenrand ©C.Bria

Der Müll im Sack!

Mit der Entsorgung unseres Mülls in „Gelbe Säcke“ kann man richtig Geld sparen und effizient recyceln. Je nach Landkreis gibt es neben den „Gelben Säcken“ auch „Graue“ oder „Blaue“. Alle zwei Wochen wird der jeweilige Recyclingsack an die Straße gestellt. Das ist wirklich praktisch, aber leider für sehr viele Igel eine Todesfalle.

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